Wer wir sind
Im Jahre 1922 gründeten 45, zum Teil noch recht junge Theologen
in Dornach eine neue Kirche. Sie nannten sie „Die Christengemeinschaft,
Bewegung für religiöse Erneuerung“.
Die Gründer der Christengemeinschaft waren ursprünglich entweder
evangelischen oder katholischen Glaubens. Sie hatten erkannt, das theologisches
Zerreden der Religion die Menschen im Herzen eher von Christus trennt,
als sie mit Ihm zu verbinden. Deshalb suchten sie einen neuen Ansatz
und wandten sich an Rudolf Steiner mit der Bitte um geistige Hilfe.
Dieser hielt für die Theologen zwei ausführliche Reihen von
Vorträgen, an die sich jeweils Rundgespräche anschlossen.
Damit wurde das Verständnis der Evangelien durch die anthroposophische
Geisteswissenschaft vertieft und erweitert. Nicht weniger wichtig war
es, dass Rudolf Steiner bei Der Vorbereitung der Kirchengründung
aus der geistigen Welt den erneuerten Kultus vermittelt hat, der im
uralten Boden der Heiligen Messe wurzelt.
Die Christengemeinschaft hat ihr Zentrum in Berlin und ist über
alle Kontinente verbreitet. Der Kultus wurde in die jeweilige Landessprache
übersetzt. Die Priester werden an der Freien Hochschule der Christengemeinschaft,
dem „Priesterseminar“, ausgebildet.
Die Christengemeinschaft steht in der Mitte zwischen den beiden großen
christlichen Konfessionen und vereint in ihrem Wesen die Elemente, die
durch die Kirchentrennung (Reformation) auseinandergerissen worden waren.
Sie ist nicht auf Lehrsätze (Dogmen) gegründet, sondern sie
pflegt Lehr- und Glaubensfreiheit. Ihr Mittelpunkt ist der erneuerte
Gottesdienst (Kultus). Finanziell getragen wird sie von Beiträgen
und Spenden ihrer Mitglieder.
Als Kirche besteht die Christengemeinschaft aus freien Gemeinden, die
sich selbst verwalten. Die in sich hierarchisch gegliederte Priesterschaft
entsendet die Pfarrer in die einzelnen Gemeinden. Frau und Mann sind
im Priesterberuf gleichberechtigt.