Die Menschenweihehandlung
Früher haben die Menschen Gott auf Bergen angebetet
(Joh. 4,20), ihm auf Bergesgipfeln Altäre errichtet und darauf
Feuer entzündet. Heute entzünden wir die Kerzen auf dem Kirchenaltar.
Den Opferrauch, der einstens aufstieg, ersetzt heute der Weihrauch,
mit dem unsere Gebete zum geistigen Himmel emporsteigen. Einst opferte
man Tiere, und heute bringen wir unseren Willen, unsere Liebe und unsere
Gedanken zum Opfer dar.
Der Höhepunkt der Heiligen Handlung ist die Wandlung
von Brot und Wein in den Leib und das Blut Christi. Der Wandlung gehen
die Verkündigung des Evangeliums und die Opferung voraus. Die Handlung
vollendet sich in der Kommunion, der persönlichen Verbindung mit
Christus.
„Die Menschenweihehandlung“; ist der Name des
erneuerten Gottesdienstes für die heutigen und die künftigen
Menschen. Sie hat eine festgefügte kultische Ordnung, in der jedes
Wort und jede Geste ihren unverwechselbaren Ort haben. Nur die Predigt
des Pfarrers und die Musik werden frei hinzugefügt. Eine eigene
Perikopenordnung verteilt Abschnitte des Evangeliums auf die Sonntage
des Kirchenjahres. Jede der christlichen Festeszeiten hat eine besondere
Farbe und ihr eigenes Festgebet, die Epistel, die zum Beginn und zum
Beschluss der Handlung gesprochen wird.
Erst wer einen ganzen Jahreskreislauf der Menschenweihehandlung
miterleben konnte, hat sie kennen gelernt. Christus selbst hat das heutige
Altarsakrament seinen Dienern am Gründonnerstag übergeben,
damit hierdurch Seine Kraft an der Welt wirken kann.